Risikomatrix - Risk Matrix
Bewertungsraster aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe
Lesezeit: 2 Min.
Was bedeutet Risikomatrix?
Eine Risikomatrix ist ein Bewertungsraster, das Risiken anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in Kategorien einteilt und dadurch priorisierbar macht.
Eine Risikomatrix ordnet jedem Risiko zwei unabhängig geschätzte Werte zu (die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenshöhe im Eintrittsfall) und errechnet daraus meist durch Multiplikation einen Risikowert, der wiederum in Stufen wie niedrig, mittel, hoch und kritisch eingeteilt wird. Die visuelle Heatmap-Darstellung macht auf einen Blick sichtbar, wo sich Risiken konzentrieren, und liefert damit die Grundlage für Priorisierungsentscheidungen im Risikoregister.
4x4 versus 5x5: Rastergrößen im Vergleich
Die häufigsten Varianten sind 4x4- und 5x5-Matrizen. Eine 4x4-Matrix zwingt zu einer klaren Entscheidung, da es keine mittlere Ausweichstufe gibt: jedes Risiko muss tendenziell als eher niedrig oder eher hoch eingestuft werden. Eine 5x5-Matrix erlaubt feinere Abstufung, tendiert in der Praxis aber dazu, dass unsichere Einschätzungen unreflektiert in die mittlere Stufe rutschen. Für welche Rastergröße sich eine Organisation entscheidet, muss in der Methodikbeschreibung des Risikoregisters dokumentiert und konsistent angewendet werden.
Bruttorisiko und Restrisiko
Jedes Risiko wird typischerweise zweimal in die Matrix eingeordnet: als Bruttorisiko vor Umsetzung von Gegenmaßnahmen und als Restrisiko danach. Die Differenz zwischen beiden Positionen zeigt, ob eine geplante Maßnahme tatsächlich wirksam ist. Ein Risiko, das brutto und netto in derselben Zelle landet, wurde durch die Maßnahme faktisch nicht reduziert.
Grenzen der Risikomatrix
Risikomatrizen beruhen auf subjektiven Schätzungen und einer linearen Skala, die die tatsächliche, oft heavy-tailed Verteilung von Cyberschäden nur grob abbildet: ein Ransomware-Vorfall mit Millionenschaden und ein kleinerer Vorfall landen bei grober Kategorisierung leicht in derselben Zelle „hoch". Für belastbarere finanzielle Einschätzungen ergänzen quantitative Modelle wie ein Annual-Loss-Expectancy-Rechner die Matrix, statt sie zu ersetzen.
Praxis-Tool
Bewerte deine Risiken mit der integrierten 4x4-Risikomatrix im Risikoregister
Zum Risikoregister →Auch bekannt als
Risk Matrix · Risiko-Bewertungsmatrix · Eintrittswahrscheinlichkeit-Schadenshöhe-Matrix
Teil des Themenbereichs: Compliance & Regulierung
- TARA - Threat Analysis and Risk Assessment
- NIS-2 - Network and Information Security Directive 2
- IT-Notfallmanagement - IT Incident Response
- CRA - Cyber Resilience Act
- IEC 62443 - Industrial Automation and Control Systems Security
- Risikoregister - Risk Register
- SoA - Statement of Applicability
- Annex A - Annex A (ISO/IEC 27001:2022)
- BSI TR-03183 - Technische Richtlinie TR-03183: Cyber Resilience Requirements for Manufacturers and Products
- BSI TR-03185 - Technische Richtlinie TR-03185: Sicherer Software-Lebenszyklus
- EN 40000 - Horizontale Normenreihe EN 40000-1-x zum Cyber Resilience Act
- Harmonisierte Norm - Harmonisierte europäische Norm mit Konformitätsvermutung
- CE-Kennzeichnung - CE-Kennzeichnung nach dem Cyber Resilience Act
- Konformitätsbewertung - Konformitätsbewertungsverfahren nach Art. 32 des Cyber Resilience Act
- Benannte Stelle - Notifizierte Konformitätsbewertungsstelle
- ISO 42001 - ISO/IEC 42001:2023 - AI Management System
- Fördermittel IT-Sicherheit - öffentliche Zuschüsse, Kredite und Beratungsförderung für IT-Sicherheitsmaßnahmen
Verwandte Begriffe
Quellen
Zuletzt aktualisiert: 2026-08-15
Häufige Fragen zu Risikomatrix
4x4 oder 5x5 - welche Rastergröße ist besser?
Eine 4x4-Matrix erzwingt eine Richtungsentscheidung, weil es keine neutrale Mitte gibt. Eine 5x5-Matrix stuft feiner ab, verleitet aber dazu, unsichere Einschätzungen in die Mittelstufe zu schieben. Wichtiger als die Größe ist, dass die gewählte Skala dokumentiert und durchgehend gleich angewendet wird.
Schreibt die ISO/IEC 27001 eine Risikomatrix vor?
Nein. Die Norm verlangt ein definiertes, wiederholbares Verfahren zur Risikobewertung mit festgelegten Kriterien. Ob das Ergebnis als Matrix, als Punktwert oder quantitativ dargestellt wird, bleibt der Organisation überlassen.
Was ist der Unterschied zwischen Bruttorisiko und Restrisiko?
Das Bruttorisiko beschreibt die Lage vor Umsetzung von Maßnahmen, das Restrisiko die Lage danach. Landet ein Risiko in beiden Fällen in derselben Zelle, hat die Maßnahme rechnerisch nichts bewirkt.