Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung
Produkte mit Sicherheitsfunktionen für die intelligente häusliche Umgebung, z. B. Überwachungskameras, Schlösser, Alarmanlagen. (Anhang III Klasse I Nr. 17)
CRA-Werkzeugkette · Schritt 03 von 07
Scope & KlasseProduktanforderungen (Sie sind hier)CVD-Policyalle 7 Schritte
Konkrete Umsetzung für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung
Für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung gelten alle 37 Anforderungen aus Anhang I, Anhang II und den zentralen Herstellerpflichten der Verordnung (EU) 2024/2847 - besonders schwer wiegen dabei Sichere Standardkonfiguration, Schutz vor unbefugtem Zugriff, Vertraulichkeit gespeicherter und übertragener Daten. Jede Anforderung unten zeigt konkrete Umsetzungsschritte, den Nachweis für die technische Dokumentation und passende Werkzeuge - kostenlose CyberKlartext-Tools ebenso wie etablierte Open-Source-Hilfsmittel.
Wichtiges Produkt - Klasse I
Dein Produkt
Scope-Check: Gilt der CRA für dieses Produkt?
Um welche Art von Produkt handelt es sich?
Der CRA gilt für 'Produkte mit digitalen Elementen' - Software oder Hardware, die mit einem Netzwerk verbunden werden kann.
Verbindet sich Ihr Produkt mit einem Netzwerk (Internet, LAN, Bluetooth, Zigbee o. Ä.)?
Netzwerkkonnektivität ist ein zentraler Auslöser für die Anwendbarkeit des CRA.
Wird Ihr Produkt kommerziell auf dem EU-Markt bereitgestellt (verkauft, lizenziert oder verteilt - auch kostenlos)?
Wird Ihr Produkt ausschließlich intern innerhalb einer einzigen juristischen Person genutzt und nie an Dritte weitergegeben, lizenziert oder als Open Source veröffentlicht?
Eine enge Ausnahme: Lizenzierung an verbundene Unternehmen oder eine kostenlose öffentliche Veröffentlichung zählt bereits als Bereitstellung am Markt.
Ist Ihr Produkt bereits durch eine andere EU-Verordnung mit Cybersicherheitsanforderungen abgedeckt?
Sektorregulierung verdrängt den CRA nur so weit, wie sie gleichwertige Anforderungen regelt - bei Überschneidung ist eine rechtliche Einzelprüfung nötig.
Produktkontext
Wer sind die primären Nutzer Ihres Produkts?
Verarbeitet, speichert oder überträgt Ihr Produkt sensible Daten (personenbezogene Daten, Zugangsdaten, Finanzdaten, OT-Daten)?
Verfügt Ihr Produkt über Fernwartungs-, Fernzugriffs- oder Administrationsfunktionen?
Enthält Ihr Produkt Dritt- oder Open-Source-Softwarekomponenten oder ist davon abhängig?
Ist Ihr Produkt für sicherheitskritische Anwendungen oder den Einsatz in Betriebstechnik (OT) ausgelegt?
Organisation & Branding (für PDF-Export)optional
Name und Logo erscheinen in der Kopfzeile aller serverseitig erzeugten PDFs (ISMS-Dokumente, Security-Audit- und CRA-Klartext-Bericht). Die Angaben bleiben nur in diesem Browser gespeichert.
0%
Anteil erfüllter Anforderungen (37 von 37 bewertet)
In 30 Tagen (13)
- Sichere Standardkonfiguration
- Angemessenes Cybersicherheitsniveau auf Basis der Risikobewertung
- Keine bekannten ausnutzbaren Schwachstellen bei Markteinführung
- Behebbarkeit von Schwachstellen durch Sicherheitsupdates
- Komponenten identifizieren und dokumentieren (SBOM)
- Schwachstellen unverzüglich beheben
- +7 weitere
In 90 Tagen (15)
0 von 37 Anforderungen noch offen oder in Arbeit.
Anforderungen
37 Anforderungen aus Anhang I und II sowie zentrale Herstellerpflichten. Status und Nachweis werden automatisch gespeichert. Für sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche umgebung besonders scharf markierte Anforderungen (★) stehen jeweils oben.
Zentrale Herstellerpflicht
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- TARA für das Produkt durchführen
- Ergebnis in Anhang-VII-Dokumentation aufnehmen und bei Änderungen aktualisieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Risikobewertungsdokument als Teil der technischen Dokumentation
BSI TR-03183-1 (Kap. 5.8-5.13): Vollständiger Ablauf: Identifikation, Analyse, Bewertung, Behandlung, Dokumentation, Aktualisierung.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Erwartete Nutzungsdauer ermitteln und Supportzeitraum entsprechend festlegen
- Supportzeitraum in Anhang II kommunizieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Dokumentierte Herleitung des Supportzeitraums
BSI TR-03183-1 (Kap. 3.6): Einordnung des Supportzeitraums im Gesamtzusammenhang der Herstellerpflichten.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Meldeprozess mit Verantwortlichkeiten und Fristen etablieren
- Kontaktwege zu ENISA/CSIRT vorab klären
Nachweis für die technische Dokumentation
- Meldeprozess-Dokumentation
- Nachweis über Testlauf/Übung
BSI TR-03183-3 (Kap. 3.1.4-3.1.7, Kap. 4.4.2): Meldeprozess und Zusammenarbeit mit dem zuständigen nationalen CSIRT (in Deutschland: CERT-Bund).
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Technische Dokumentation strukturiert aufbauen und laufend aktualisieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Vollständige technische Dokumentation
BSI TR-03183-1 (Kap. 4.8): Pflichtinhalt des Assessment-Reports: Risikobewertung, Kontrollauswahl, Testnachweise, offene Punkte.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Konformitätsbewertungsverfahren abschließen
- EU-Konformitätserklärung nach Anhang V ausfüllen
- CE-Kennzeichnung anbringen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Unterzeichnete EU-Konformitätserklärung
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Kriterien für wesentliche Änderungen im Änderungsmanagement dokumentieren
- Checkliste einrichten, die bei einer wesentlichen Änderung automatisch die erneute Risikobewertung auslöst
Nachweis für die technische Dokumentation
- Änderungsmanagement-Richtlinie mit Kriterien
- An Änderungsanträge gekoppelte Checkliste zur Risiko-Neubewertung
Anhang I Teil I - Produkteigenschaften
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Unsichere Werkseinstellungen (Standardpasswörter, offene Ports, deaktivierte Verschlüsselung) identifizieren und abstellen
- Härtungsleitfaden für abweichende Konfigurationen bereitstellen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Konfigurationsstandard
- Härtungsleitfaden
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Authentisierung und Zugriffskontrolle nach dem Prinzip der geringsten Rechte einführen
- Meldung von Zugriffsversuchen an berechtigte Stellen vorsehen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Zugriffskonzept
- Nachweis der Authentisierungsmechanismen
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Verschlüsselung sensibler Daten at rest und in transit einführen
- Kryptografische Verfahren nach anerkanntem Stand der Technik auswählen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Kryptografiekonzept
- Liste eingesetzter Verfahren und Schlüssellängen
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Cybersicherheitsrisikobewertung für das konkrete Produkt durchführen und dokumentieren
- Ergebnis der Risikobewertung in Design-Entscheidungen und Anforderungen a-m einfließen lassen
- Risikobewertung bei wesentlichen Änderungen aktualisieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Dokumentierte Risikobewertung
- Ableitung der übrigen Anforderungen daraus
BSI TR-03183-1 (Kap. 5, Kap. 5.14): Risikobasierter Ansatz nach ISO 31000 und Entscheidungskriterien für die Kontrollauswahl.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Schwachstellenscans und Penetrationstests vor Freigabe durchführen
- Bekannte Schwachstellen in Drittkomponenten vor Release beheben oder kompensieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Testberichte
- Freigabeprotokoll mit Schwachstellenstatus
BSI TR-03183-1 (Kap. 4.3, Kap. 4.6): Zeitpunkt der Bewertung: Werkszustand nach Erstkonfiguration, auf der aktuellsten Version.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Update-Mechanismus implementieren, der Sicherheitsupdates von Funktionsupdates trennt
- Automatische Installation als Standard vorsehen, mit Opt-out und Benachrichtigung
Nachweis für die technische Dokumentation
- Update-Architektur-Dokumentation
- Beschreibung des Opt-out-Mechanismus
BSI TR-03183-1 (Anhang B, ER.4 / ER.4a-d): Konkretisiert die Update-Anforderung inkl. Opt-out und Benachrichtigung.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Integritätsprüfungen (Signaturen, Prüfsummen) für Firmware, Updates und Konfiguration einführen
- Manipulationserkennung bei sicherheitsrelevanten Änderungen vorsehen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Beschreibung der Integritätsmechanismen
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Datenflüsse des Produkts inventarisieren
- Nicht erforderliche Datenerhebung und -speicherung abschalten
Nachweis für die technische Dokumentation
- Datenflussübersicht mit Zweckbindung
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Kritische Funktionen identifizieren und redundant auslegen, soweit angemessen
- Schutzmaßnahmen gegen DoS-Angriffe implementieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Verfügbarkeitskonzept
- Testergebnisse zu Lastszenarien
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Netzwerkverhalten des Produkts (Traffic, Ressourcenverbrauch) begrenzen und testen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Testbericht zum Netzwerkverhalten
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Nicht benötigte Dienste, Ports und Schnittstellen deaktivieren
- Angriffsflächenanalyse in die Designphase integrieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Angriffsflächenanalyse
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Exploit-Mitigation-Techniken (z. B. Speicherschutz, Sandboxing) einsetzen, soweit für die Plattform verfügbar
Nachweis für die technische Dokumentation
- Beschreibung eingesetzter Mitigation-Techniken
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse implementieren
- Abschaltmöglichkeit für Nutzer vorsehen, wo angemessen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Logging-Konzept
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Funktion zum vollständigen, sicheren Zurücksetzen/Löschen implementieren
- Sichere Datenübertragung bei Produktwechsel vorsehen, falls angeboten
Nachweis für die technische Dokumentation
- Beschreibung der Löschfunktion
Anhang I Teil II - Schwachstellenbehandlung
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- SBOM in CycloneDX ab Version 1.6 oder SPDX ab Version 3.0.1 generieren, als JSON oder XML
- Elf Pflichtfelder je Komponente abdecken, u. a. SHA-512-Prüfsumme und Lizenzangabe
- SBOM über den gesamten Supportzeitraum aktuell halten
Nachweis für die technische Dokumentation
- SBOM-Datei
- Prozessbeschreibung zur SBOM-Pflege
BSI TR-03183-2 (Kap. 4, Kap. 5.1, Kap. 5.2): Zulässige Formate, Detailtiefe und die elf Pflichtfelder je Komponente.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Priorisierten Behebungsprozess mit Fristen je Schweregrad etablieren
- Fixes für Open-Source-Abhängigkeiten upstream beitragen, wo möglich
Nachweis für die technische Dokumentation
- Behebungsprozess
- Historie behobener Schwachstellen
BSI TR-03183-3 (Kap. 3.1.3): Unterscheidet valid / validated / verified als Reifegrade einer Schwachstellenmeldung.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Wiederkehrende Sicherheitstests (SAST/DAST, Penetrationstests) in den Entwicklungszyklus integrieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Testplan
- Testberichte über die Zeit
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Sicherheitshinweise strukturiert und maschinenlesbar veröffentlichen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Veröffentlichte Advisories
BSI TR-03183-3 (Kap. 4.4.10): Offenlegung binnen 90 Tagen, einmalig um weitere 90 Tage verlängerbar; Meldung mindestens über die EUVD.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- CVD-Policy dokumentieren und veröffentlichen
- Prozess für eingehende Meldungen definieren: Erstreaktion binnen 5, Rückmeldung binnen 10 Arbeitstagen
Nachweis für die technische Dokumentation
- CVD-Policy-Dokument
BSI TR-03183-3 (Kap. 4.4): Pflichtinhalte einer CVD-Policy und die Reaktionszeiten von 5 / 10 Arbeitstagen.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Öffentliche, überwachte Sicherheitskontaktadresse einrichten: security.txt nach RFC 9116 unter /.well-known/
Nachweis für die technische Dokumentation
- Veröffentlichte Kontaktadresse
- security.txt
BSI TR-03183-3 (Kap. 4.2, Kap. 4.3.1): Pflichtfelder der security.txt und getrennte PSIRT-/CSIRT-Rollen.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Signierte, manipulationssichere Update-Kanäle bereitstellen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Beschreibung des Update-Verteilmechanismus
BSI TR-03183-1 (Anhang B, VH.7 / VH.7a): Anforderungen an sichere, automatisierte Update-Verteilung.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Kostenlose Bereitstellung von Sicherheitsupdates während des gesamten Supportzeitraums sicherstellen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Update-Historie mit Veröffentlichungsdatum
Anhang II - Informationen für Nutzer
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Herstellerangaben in Produktdokumentation und auf Verpackung/Website aufnehmen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Produktdatenblatt mit Herstellerangaben
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Kontaktstelle veröffentlichen und mit der CVD-Policy verlinken
Nachweis für die technische Dokumentation
- Veröffentlichte Kontaktstelle
BSI TR-03183-3 (Kap. 4.5): Meldeseite muss ohne Login und ohne JavaScript erreichbar sein.
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Eindeutige Produktkennzeichnung (Typ, Version, Seriennummer) einführen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Produktkennzeichnung auf Gerät/Verpackung/Dokumentation
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Verwendungszweck und Sicherheitseigenschaften in der Nutzerdokumentation beschreiben
Nachweis für die technische Dokumentation
- Nutzerdokumentation
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Restrisiken aus der Risikobewertung nutzerverständlich zusammenfassen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Abschnitt zu Restrisiken in der Nutzerdokumentation
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- EU-Konformitätserklärung online veröffentlichen und Adresse in der Dokumentation nennen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Veröffentlichte EU-Konformitätserklärung
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Supportzeitraum festlegen und in Produktdokumentation kommunizieren
Nachweis für die technische Dokumentation
- Angabe des Supportzeitraums in der Dokumentation
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- Betriebsanleitung um sicherheitsrelevante Abschnitte für den gesamten Lebenszyklus ergänzen
Nachweis für die technische Dokumentation
- Betriebsanleitung mit Sicherheitsabschnitten
Umsetzung & Nachweis
Umsetzung
- SBOM-Zugang für Nutzer/Kunden dokumentieren, falls bereitgestellt
Nachweis für die technische Dokumentation
- Angabe der SBOM-Fundstelle
BSI TR-03183-2 (Kap. 5.2.3): SBOM-URI als eigenes Datenfeld der SBOM.
EU-Konformitätserklärung (Entwurf, Anhang V)
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Kernfunktion ist die physische/Zugangssicherheit im häuslichen Umfeld.
Beispiele: Smart-Home-Kameras, Smarte Türschlösser, Alarmanlagen
- Benannte Stelle:
- Nur bei unvollständiger Normanwendung
- Selbsterklärung (Modul A):
- Derzeit nicht verfügbar
Modul A ist nur zulässig, wenn einschlägige harmonisierte Normen (oder gemeinsame Spezifikationen bzw. ein EUCC-Zertifikat mit Vertrauenswürdigkeitsniveau mindestens "mittel") vollständig angewandt werden. Da bisher keine CRA-Norm im Amtsblatt zitiert ist, ist dieser Pfad derzeit faktisch nicht verfügbar - es bleiben Modul B+C oder Modul H mit einer benannten Stelle.
Statt je Produkt eine benannte Stelle einzeln zu durchlaufen, lässt sich Modul H über ein zertifiziertes ISO/IEC-27001-ISMS abdecken (BSI TR-03183-H). Sechs Annex-A-Controls werden dafür CRA-spezifisch erweitert:
- A.5.7: Threat Intelligence muss auch das Produkt mit digitalen Elementen selbst abdecken, nicht nur die eigene IT-Umgebung.
- A.5.8: Informationssicherheit im Projektmanagement gilt mindestens für den gesamten Produktlebenszyklus des Produkts.
- A.8.8: Technisches Schwachstellenmanagement erstreckt sich auf das ausgelieferte Produkt und dessen Komponenten (Anhang I Teil II).
- A.8.25: Sicherer Entwicklungslebenszyklus einschließlich Hardware; definierte Sicherheitsgates vor Markteinführung.
- A.8.29: Sicherheitstests auch vor Auslieferung an den Nutzer bzw. vor Markteinführung, nicht nur vor internem Deployment.
- A.8.32: Änderungsmanagement gilt für jede Änderung am Produkt mit digitalen Elementen, nicht nur für interne Systeme.
Normenstand: 2026-08-07. Bisher ist keine CRA-Norm im EU-Amtsblatt zitiert - eine Konformitätsvermutung nach Art. 27 besteht derzeit für kein Produkt.
Horizontal (für jedes CRA-Produkt)
- prEN 40000-1-1Begriffe und TerminologieCEN-CLC/JTC 13 WG 9Öffentliche Umfrage abgeschlossen
- prEN 40000-1-2Grundsätze der Cyberresilienz (Risikomanagement, Lebenszyklus)CEN-CLC/JTC 13 WG 9Öffentliche Umfrage abgeschlossen
- prEN 40000-1-3SchwachstellenbehandlungCEN-CLC/JTC 13 WG 9Öffentliche Umfrage abgeschlossen
- prEN 40000-1-4Generische SicherheitsanforderungenCEN-CLC/JTC 13 WG 9In Bearbeitung
Vertikal (produktspezifisch)
- ETSI EN 304 632Produkte mit Sicherheitsfunktionen für die intelligente häusliche UmgebungETSI TC CYBER (EUSR)Entwurf verfügbar
Weiterführend
Verwandte Werkzeuge und Informationen
Für den Reifegrad über alle CRA-Domänen hinweg hilft der CRA-Klartext-Selbstcheck. Für die formale Einordnung von NIS2, CRA und ISO 42001 insgesamt hilft der Compliance-Kompass.
Häufige Fragen
Was muss ich für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung nach dem Cyber Resilience Act konkret umsetzen?
Für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung gelten alle 37 Anforderungen aus Anhang I, Anhang II und den zentralen Herstellerpflichten der Verordnung (EU) 2024/2847. Besonders schwer wiegen dabei: Sichere Standardkonfiguration, Schutz vor unbefugtem Zugriff, Vertraulichkeit gespeicherter und übertragener Daten. Die vollständige Liste mit konkreten Umsetzungsschritten und Nachweisen für die technische Dokumentation steht oben auf dieser Seite.
Welcher Konformitätsweg gilt für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung?
Wichtiges Produkt - Klasse I: Modul A ist nur zulässig, wenn einschlägige harmonisierte Normen (oder gemeinsame Spezifikationen bzw. ein EUCC-Zertifikat mit Vertrauenswürdigkeitsniveau mindestens "mittel") vollständig angewandt werden. Da bisher keine CRA-Norm im Amtsblatt zitiert ist, ist dieser Pfad derzeit faktisch nicht verfügbar - es bleiben Modul B+C oder Modul H mit einer benannten Stelle.
Gilt für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung schon eine Konformitätsvermutung nach Art. 27 CRA?
Nein. Bislang ist keine CRA-Norm im EU-Amtsblatt zitiert, sodass für Sicherheitsprodukte für die intelligente häusliche Umgebung keine Konformitätsvermutung nach Art. 27 besteht. Die Erfüllung der Anforderungen muss anderweitig nachgewiesen werden, etwa durch die technische Dokumentation.
Mehr dazu: CRA-Klartext-Selbstcheck · Compliance-Kompass · CRA im Glossar